Wertewandel (historisch)

Wortformen: Wertewandlung

Synonyme „Wertewandel“

Kulturwandel, Paradigmenwechsel, Werte-Evolution, Zeitenwende
Destruktiv: Wertezerfall, Werteverfall

Englisch: value change, changing values

Synonyme „Wandel“

Wandlung, Übergang, Metamorphose, Transformation, Transition
Ähnlich: Veränderung, Änderung, Wechsel, Wendung, Umbruch
Konstruktiv: Weiterentwicklung, Fortschritt, Entwicklung, Evolution, Konvertierung

Englisch (Wandel): transformation (Umwandlung), vicissitude (Wechselhaftigkeit), shift (Umschaltung), change (Veränderung), flux (Fluss, spez. Heraklit: „panta rhei“), mutation (Mutation)

Wortherkunft „Wandel“

Etymologisch ist das zugrundeliegende Verb „wandeln“ mit „wenden, winden und wandern“ verwandt und bedeutet „ändern, langsam gehen, hin und her gehen“. Das Substantiv Wandel stammt aus althochdeutsch „wantal“ = „Verkehr, Umgang“ und wurde vom 9. bis 20. Jahrhundert als „Veränderung, Verkehr, Lebensführung“ definiert. Wobei das mittelhochdeutsche Wort „wandel“ zusätzliche, aus dem Verb rückgebildete Bedeutungen besaß: „Rückgang, Änderung, Tausch, Wandelbarkeit, Makel, Fehler, Tadel, Ersatz, Buße, Gang“. Im 17. Jahrhundert kam noch die Bedeutung „kaufmännischer Handel“ hinzu. Der heute in unserem Sinne wohl bessere Begriff, welcher bereits im 8. Jahrhundert genutzt wurde, wäre wohl „verwandeln“, aus althochdeutsch „firwantalōn“ = „verändern“.


1. Definition „Wertewandel“ allgemein

Im Duden finden wir: „Auf den Veränderungen der Lebensverhältnisse, der Ausweitung des Wissens, dem Wandel von Weltanschauungen, Ideologien o. Ä. beruhende Veränderung der Vorstellung von Werten, Wertsystemen, Wertorientierungen“

Quelle: https://www.duden.de/rechtschreibung/Wertewandel

Die Bundeszentrale für politische Bildung schrieb auf Ihrer Internetseite: „Übergang von einem Wertensemble zu einem neuen, insbesondere von materialistischen zu postmaterialistischen Werten in den 1960er- und 1970er-Jahren in der westlichen Welt.“

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung, Stand: 31.05.2012, abgerufen am 16.01.2019 (Seite existiert nicht mehr)


2. Definition im wertesystemischen Kontext

Ein Wertewandel findet statt, wenn etablierte und bewährte wesentliche Werte (normative Wertvorstellungen) innerhalb einer Gesellschaft oder Wertegemeinschaft durch neue Werte ersetzt werden. Dieser Wertetausch findet meist in Form einer konvertierenden Transformation statt.


3. Beschreibung

Wertewandel vollziehen sich in der Regel in einem schleichenden Prozess, welcher von den beteiligten Protagonisten kontrovers durchlaufen wird. Ein neues Wertesystem löst dabei ein altes Wertesystem ab, wobei nicht immer alle Werte bzw. Grundwerte ersetzt werden. Vielmehr verändern sich die Wichtigkeiten mittels veränderter Priorisierungen der präferierten Wertvorstellungen.

Auch die kausalen Zusammenhänge werden neu ausgerichtet (Verkettung von „Wenn-dann-Werten“. Siehe hierzu im Kapitel „Was sind Werte?“ den Abschnitt „Die Werte-Ketten“.

Es entstehen neue kollektive Denkmuster, aus denen in Folge neue Entscheidungsmuster für einzelne Personen und anschließend neue Handlungsmuster resultieren.

Als Wertewandel kann man auch bezeichnen, wenn eine Person oder eine Gruppe ihre „Daseinsprinzipien“ bewusst ändert, um sich selbst weiterzuentwickeln oder äußeren Gegebenheit – zum Beispiel provozierende oder anreizende Herausforderungen – anzupassen.

Ergo: Da ein Wertesystem Orientierung schafft, muss eine gewollte Neuorientierung ein neues Wertesystem erschaffen. Es findet ein bewusster, oft konfrontativer Wertewandel statt.

Bis Ende des letzten Jahrhunderts haben Wertewandel noch mindestens einen Generationswechsel benötigt. Seit der Jahrtausendwende hat sich dieser Zyklus beschleunigt.

Initiatoren sind meist non-konformistische und innovative Gruppen (Subkulturen), die bestimmte „neue Werte“ definieren, um ein Problem zu lösen oder visionäre bzw. innovative Ziele zu erreichen.

Als Gegenprotagonisten sind meist etablierte und sozial stabile Gruppierungen auszumachen, die eher traditionelle (non-innovative) Gesinnungen pflegen. Politisch seien hier die traditionellen, rein konservativen Parteien sowie auch die alteingesessenen Unternehmen genannt. Deren tradierte Haltung und Argumente sind verständlich, da diese Gruppen durch einen Wertewandel ihre Stabilisierungsfaktoren verlieren würden, welche auf rechtliche, strukturelle und moralische Grundwerte aufgebaut sind.

Innerhalb dieser skeptischen Gruppen wird ein Wertewandel bevorzugt auch als Wertezerfall oder Werteverfall bezeichnet, was deren bewahrenden Betrachtungsweisen geschuldet ist. Ein Werteverfall ist jedoch ein logischer Bestandteil eines Wertewandels. Aus heutiger Sicht und den gegenwärtigen Erkenntnissen wissen wir, dass diese beharrlichen Skeptiker retrospektiv eines Besseren belehrt werden können. Einige von Ihnen haben ihre Sichtweise geändert.

Der Begriff „Wandel“ ist in den Jahren 2000 und 2012 besonders häufig verwendet worden [1]. Siehe in der nachfolgenden Grafik die „Peaks“ der Jahre 1659, 1729, 1852, 2000 und 2012:

Abb. Worthäufigkeit „Wandel“ (1600 bis 2016)

Quelle: Wortverlaufskurve für „Wandel“ im DWDS;, https://goo.gl/RAR7pd


4. Ursachen für Wertewandel

Die Auslöser für einen Wertewandel sind vielschichtig. Hier die wichtigsten Gründe:

  • Technische Innovationen
    (neue Möglichkeiten, neue Aspekte von Lebensqualität, etc.)
  • Verlust von gewohnten Merkmalen der Lebensqualität
    (Epidemien, Pandemien, Ressourcenverluste, massiver Wettbewerb, Bankrott, Schicksalsschläge)
  • Evolutionäre (naturbedingte) Notwendigkeit
    (Naturkatastrophen, Klimawandel, Überbevölkerung)
  • Territoriale Veränderungen
    (Krieg mit Übernahmen, nationale Vereinigungen, Auswanderungswellen, etc.)
  • Verschmelzungen von Kulturen
    (Werteemulsion [2]; Landesflucht, Fusionen, Internationalisierung von Unternehmen, etc.)
  • Manipulation
    (Fanatismus, mediale Negativberichterstattung, Intriganz, Erpressung, Guru Anbetung, etc.)
  • Höheres Bewusstsein
    (freies Wissen, Erkenntnisse durch Entdeckungen, Optimismus, etc.)

Im Kern basieren die meisten Gründe immer auf Angst (abgeschwächt auch anhaltende Unzufriedenheit) oder starke Zuneigung (Liebe, ethisches Empfinden, etc.). Diese beiden Motivatoren bilden die stärksten Potenziale aus, die für einen Drang nach Veränderung verantwortlich sind und dabei den Verlust von „alten Werten“ in Kauf nehmen.

Meistens werden Wertewandel durch präsente und motivierende Laudatoren eingeleitet oder begleitet. Sie aktivieren mit ihrer Präsenz und Überzeugungskraft Personen und Sub-Gruppen, die entweder begründet unzufrieden oder non-konformistisch geprägt sind.


5. Wertewandel in der Geschichte

Der Begriff Wertewandel wird fälschlicherweise vorwiegend für die massiven Veränderungen in der 1960er Jahren verwendet, dessen Auswirkungen in den 1970er Jahren sichtbar wurden: bunt, laut, schrill, freizügig, konsumierend und teils verschwenderisch.

Insbesondere das zunehmende „Arbeiten müssen“, um sich dem scheinbar glücklich machenden „Konsum“ zu unterwerfen, erreichte einen erneuten Höhepunkt.
Dadurch wurden die essentiellen menschlichen Bedürfnisse im Eifer der Gefechte fast endgültig vergessen.

Der Sozialpsychologe und Bestsellerautor Erich Fromm schrieb im Jahre 1976:

„Der Kapitalismus des 18. Jahrhunderts machte schrittweise einen radikalen Wandel durch: Das wirtschaftliche Verhalten wurde von der Ethik und den menschlichen Werten abgetrennt. Der Wirtschaftsmechanismus wurde als autonomes Ganzes angesehen, das unabhängig von den menschlichen Bedürfnissen und dem menschlichen Willen ist – ein System, das sich aus eigener Kraft und nach eigenen Gesetzten in Gang hält.“
Erich Fromm (1900 bis 1980); aus „Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“[3]

Durch solche, sowie auch frühere, ähnlich aufklärerische und zum Umdenken auffordernde Schriften, ist allmählich ein neues Bewusstsein beim sogenannten Proletarier[4] entstanden.

Im Laufe der Zeit – beginnend ab den 1950er Jahren – transformierten sich die meisten arbeitenden Proletarier in zahlungskräftige Konsumenten. Der Zenit dieser Konsum-, Verbrauchs- und Wegwerfgesellschaft ist nun scheinbar erreicht, sodass ein neues Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Gesundheit entsteht.

Derartige Wertewandel gab es regelmäßig in der Geschichte der denkenden Menschheit. Einige verliefen langsamer, andere schneller. Einige waren gewaltig oder gar brutal, andere verliefen fast unbemerkt. Die größten und mächtigsten Wertewandel, können in nur wenige langzyklische Phasen eingeteilt werden, wobei deutlich zu beobachten ist, dass die Zyklen immer kürzer werden.

Fangen wir am Anfang an:

5.1 Die „Neolithische Revolution“ (15.000 bis 6.000 v.Chr.)

Die meisten Menschen verwandelten sich vom Fleisch essenden Nomaden zum sesshaften Ackerbauer (neolithische Revolution), später kam die Viehzucht dazu. Man lebte in weitläufig verstreuten und autonomen Siedlungen.
Eine kulturelle (hier im Sinne von „das Kultivieren“) Revolution.

5.2 Der Pflug (6.000 v.Chr.)

Die Erfindung und Nutzung des Pflugs sorgte dafür, dass die landwirtschaftlichen Erträge beträchtlich wuchsen.
Dies war eine erneute kulturelle Revolution.

5.3 Erste Städte (4.000 bis 1.000 v.Chr.)

Die Entstehung von Städten erfolgte anfänglich in Ägypten (am Nil), in Mesopotamien und in Südamerika (an der Pazifikküste).
Das Zusammenleben basierte auf völlig neuen Bedingungen und Möglichkeiten zur Bildung von kulturellen und sub-kulturellen Wertegemeinschaften. Das Prinzip der „Kommune“ entstand.

5.4 Die Schrift (3.500 bis 1.000 v.Chr.)

Erfindung der ersten Schriften in Form von Symbolen und/oder Zeichen. Dadurch konnten Botschaften, Ideen, Weltanschauungen, Wertesysteme und technische Konstrukte genau dokumentiert und nachhaltig weitergegeben werden.

5.5 Die alten Griechen (800 bis 30 v.Chr.)

Im antiken Griechenland entstanden Begriffe und autonome Leitbilder für Politik und Kritik – die Geburt der Demokratie.
Sie schufen die (westliche) Philosophie, zur Erschaffung eines rationalen Weltbildes. Es folgten Werke in Dichtung, Literatur, bildender Kunst und Theater sowie Impulse für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik.
Ebenso schufen sie die „Olympischen Spiele“ (776 v.Chr.), die über 1.000 Jahre am gleichen Ort ausgetragen wurden. Seit 1894 gibt es nach diesem Vorbild die „Olympischen Spiele der Neuzeit“, nun mit globalem und völkerverständigem Charakter, was latente Auswirkungen auf einen neuen Geist des fairen Wettbewerbs (vgl. Fairness) zur Folge hat.

5.6 Konfuzius und Buddha (500 v.Chr. bis 400 v.Chr.)

Von Laozi (auch Laotse; 6. Jh. v. Chr.) inspiriert, beeinflusste Konfuzius[5] das seit Jahrhunderten religiös und kulturell zerfallene „Chinesische Reich“ mit seinen Lehren und schaffte neue Orientierung.
Kurz danach sorgte Buddha (ursprünglich: „Siddhārtha Gautama“) in Indien dafür, dass eine neue Weltanschauung entstand, die sich bis heute durchgesetzt hat.

5.7 Das Römische Reich (800 v.Chr. bis 600 n.Chr.)

Das (lateinisch) „Imperium Romanum“ durchlebte viele Kulturwandel. Im Wesentlichen wurde es durch die Übernahme von griechischen Kulturelementen (ca. 30 v. Chr.) und später durch das Einführen des Christentums (ca. 400 n. Chr.) als Staatsreligion kulturell transformiert.

5.8 Die Aufklärung (1650 bis 1800)

Das sogenannte „Zeitalter der Aufklärung“ fand in Europa und Nordamerika statt. Es bediente sich dem zuvor erfundenen Buchdruck (1450), der als „Erste Medienrevolution“ gilt.
Zahlreiche Freigeister, meist Philosophen, appellierten an die Vernunft des einzelnen Menschen, sich gegen starre Traditionen und veraltete Ideologien aufzulehnen. Der Mensch sei im Denken und in seinem Geiste frei und zur Selbstverwirklichung bestimmt.
Hier wurden gleich zwei etablierte Machtinstanzen in Frage gestellt: dogmatische Kirchen und die Monarchie. Eines der bekanntesten Ergebnisse ist die „Französische Revolution“ von 1789–1799.

5.9 Das Industriezeitalter (ab ca. 1800)

Hier können wir zunächst auf die „Theorie der Langen Wellen“ (Konjunkturzyklen) von „Joseph Schumpeter“ („Business Cycles“ von 1939) zurückgreifen, die im Rahmen der Industrialisierung entstand. Konkreter hatte dies der russische Wirtschaftswissenschaftler „Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew“ bereits 1926 skizziert: Die „Langen Wellen“ seien Paradigmenwechsel, die innovationsinduzierten Investitionen zur Folge haben. Er postulierte, dass neue Technologien nicht die Ursache, sondern die Folge von diesen langen Wellen sind. Oder kurz: Jede Errungenschaft, provoziert eine neue Weiterentwicklung, die eine Transformation von Gewohnheiten und Wertvorstellungen mit sich bringt.

5.10 Erster und Zweiter Weltkrieg (1914 bis 1945)

Zwei Weltkriege mit einer kurzen Unterbrechung von 21 Jahren, in denen zunächst wirtschaftlicher Aufschwung herrschte (die „Goldenen 20er Jahre“) und dann weltweit zahlreiche Turbulenzen für Orientierungslosigkeit, Angst und Not sorgten.
Die Ergebnisse dieser beiden Kriege waren im Nachgang auch medial präsent, sodass – entsprechend den Stimmungen der jeweiligen Bevölkerung – weltweit Allianzen zwischen Nationen geschlossen wurden, um etwas Ähnliches zu verhindern.
Entsprechend wirkte sich das auch auf Konzerne aus, die sich internationalisierten.
Somit wurden unterschiedliche Kulturen und in Folge subkulturell verschiedenartige Unternehmenskulturen und Wirtschaftssysteme zusammengeführt.

5.11 Weitere historische Wertewandel

Hier nur kurz in Stichpunkten, weitere beispielhafte Ereignisse, die Paradigmenwechsel begleitet oder eingeleitet haben, welche immer auch mit großen und kleinen Wertewandel verbunden waren:

  • Erfindung des Buchdrucks (1450)
  • Postulierung des „heliozentrischen Weltbildes“ (1543)
  • Entdeckung von Bakterien (1676)
  • Erfindung der Telefonie (1837)
  • Entdeckung von Viren (1882)
  • Weltwirtschaftskrise (1929)
  • Erfindung des digitalen Computers (1937)
  • Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki (1945)
  • Erfindung der vollautomatischen Waschmaschine (1946)
  • Erfindung des Transistors (1947); ein Vorläufer wurde bereits 1925 von Julius Edgar Lilienfeld als Patent angemeldet
  • Erfindung des Microchips (1959)
  • Erfindung des Internets; vorher ARPANET[6] (1968)
  • Erster Mensch auf dem Mond (1969)
  • Tschernobyl (1986)
  • Erfindung des WWW[7] (1989)
  • “Mauerfall“ in Deutschland (1989)
  • Zerfall der Sowjetunion (1990)
  • Erste nutzbare Smartphones (1996)
  • Entstehung von Web 2.0 und der „Cloud“ (2003)
  • Einführung des iPhones (2007)
  • Weltfinanzkrise (2008)
  • Einführung des iPads (2010)
  • Flüchtlingskrise in Europa (2015)
  • BREXIT (seit 2017)
  • Globaler Klimawandel (ab 2018 zunehmend thematisiert)
  • Weltweite Pandemie durch Corona-Virus (März 2020 bis April 2023)
  • Russlands kriegerischer Einmarsch in die Ukraine (seit Februar 2022)
  • Freie Nutzung von KI (AI)* für alle (ab Anfang 2023)

* Künstliche Intelligenz (KI) oder „artifizielle Intelligenz“, englisch: „artificial intelligence“ (AI) ist ein Teilgebiet der Informatik, das 1956 begründet wurde; vgl. https://www.bosch.com/de/stories/geschichte-der-kuenstlichen-intelligenz/

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 08.10.2023


6. Aktuelle Wertewandel

Anhand der beiden o. a. Listen („Ursachen für Wertewandel“ und „Wertewandel in der Geschichte“) lassen sich recht leicht einige aktuelle Wertewandel feststellen und zuordnen, aber auch zukünftige Wertewandel vorhersagen.
Wir beleuchten hier beispielhaft einige Szenarien, die massiven Einfluss auf das aktuelle Zeitgeschehen in Bezug auf das Transformieren zahlreicher Wertesysteme in unserer sich zunehmend globalisierenden und technologisierenden Gesellschaft haben.

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 23.01.2019

6.1 Privatisierung von Monopolisten

Viele Staatsunternehmen (Post, Bahn, Elektrizitätswerke etc.) wurden seit Anfang der 1990er Jahre teilweise oder komplett privatisiert. Die mit den klassischen Elementen des „sicheren Beamtentums“ vorhandene Arbeitsmoral wurde durch leistungsorientiertes Arbeiten und kundenorientierte Servicementalität ersetzt. Obwohl heute die meisten dieser schon lange privaten Unternehmen in der realen Wirtschaft angekommen sind, leiden sie auch heute noch unter einer gewissen Trägheit: Der enorme Wille für Innovation und nach einem sympathischen Image leidet unter traditionellen Wertvorstellungen aus vergangenen Zeiten des „sicheren“ Beamtentums.

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 23.01.2019

6.2 Automatisierung und Digitalisierung

Obwohl die Digitalisierung bereits in der 1960er Jahren begann, wurde sie erst Mitte der 1990er Jahre deutlich sichtbar. Dezentrale Netzwerksysteme schufen völlig neue Möglichkeiten für eine überregionale Vernetzung mit schnellem Datenaustausch. Das Internet wurde zur Normalität in allen Unternehmen und bot eine Plattform für Utopien, in die eine Menge Geld investiert wurde. Seit Anfang dieses Jahrhunderts haben sich Neuerungen und Innovationen in einer nie da gewesenen Geschwindigkeit abgelöst.

Heute können wir massive Veränderungen unserer Lebensgestaltung in Bezug auf technologischen Fortschritt, der durch die enorme Frequenzerhöhung der Innovationszyklen zustande kommt, erkennen. Unter dem Stichwort „Digitalisierung“ ist in den letzten Jahren eine zunehmende Hysterie und Hektik innerhalb von Organisationen entstanden. Innovationsforscher, Unternehmensberater, meinungsführende Unternehmer und Philosophen postulieren Schreckensszenarien für diejenigen, die sich dem sogenannten „digitalen Wandel“ nicht konstruktiv und ernsthaft widmen.

Hier findet also seit Mitte der 1990er Jahre sichtbar ein fulminanter Wandel statt, der unsere Gewohnheiten, Interessen und Rituale maßgeblich beeinflusst hat. Darüber hinaus ist durch eine neue Dimension von Skalierbarkeit aller verfügbaren Daten und Datenströme eine Art Meta-Algorithmus entstanden, der neue Wertschöpfungsszenarien ermöglicht.

Neue Berufe und Nischen für Geschäftsfelder entstehen, die mit völlig neuen Wertesystemen und Denkstrukturen hantieren. Diese werden sich in den nächsten Jahrzehnten entpuppen bzw. entfalten. Wesentliche Aspekte sind Spielräume (Freiheit statt Sicherheit), vielfältige Optionen (Wahlmöglichkeiten), Selbstverwirklichung.

Alte Arbeitsplätze fallen in zunehmender Geschwindigkeit weg und stellen das völlig veraltete staatliche Bildungssystem vor die Aufgabe, sich auf die neu entstehenden Berufe einzustellen. Da dies in vorbereitender Weise bereits in den 1990er Jahren hätte geschehen müssen, wird das heute fehlende Wissen sowie die notwendigen Fertigkeiten und Denkweisen (Geisteshaltung) allmählich über das neue digitale System selbst vermittelt: Google, YouTube, Wikipedia & Co liefern „just in time“ alles Wissen (strukturierten Content), was man braucht, um sich als selbstlernender Autodidakt auf das neue digitale Zeitalter optimal vorzubereiten.

Mit der freien Nutzbarkeit von Systemen mit „KI“ (Künstliche Intelligenz) bzw. „AI“ (englisch „artificial intelligence“) beschleunigen sich die aufgeführten Effekte. Dabei werden bestimmte Prozesse derart beschleunigt, dass zahlreiche Arbeitsplätze verloren gehen und ganze Berufszweige oder -teilbereiche wegfallen.

Trivia: Auf die Frage, „Was kann KI bzw. AI den Menschen bringen?“ antwortete der Chatbot „ChatGPT 4.0“:

Künstliche Intelligenz (KI oder im Englischen AI für „Artificial Intelligence“) kann den Menschen auf vielfältige Weise nutzen. Hier sind einige Bereiche und Vorteile, die durch KI-Technologie ermöglicht oder verbessert werden:

  1. Effizienz und Automatisierung: Viele repetitive und zeitaufwändige Aufgaben können durch KI automatisiert werden, was zu einer höheren Effizienz und Produktivität in verschiedenen Branchen führt.
  2. Datenanalyse: KI kann riesige Mengen von Daten analysieren und Muster erkennen, die für Menschen schwer verständlich oder erkennbar wären. Dies ist besonders nützlich in Branchen wie der Finanzwelt, Gesundheitswesen und Marketing.
  3. Gesundheitswesen: KI kann bei der Diagnose von Krankheiten helfen, personalisierte Behandlungspläne vorschlagen und medizinische Bildgebung verbessern.
  4. Persönliche Assistenten: Sprachassistenten wie Siri, Alexa und Google Assistant nutzen KI, um Nutzern bei täglichen Aufgaben zu helfen, Informationen bereitzustellen und Smart Home-Geräte zu steuern.
  5. Verkehr und Mobilität: Selbstfahrende Autos und intelligente Verkehrssysteme verwenden KI, um die Sicherheit zu erhöhen und den Verkehrsfluss zu optimieren.
  6. Entertainment: KI wird in Videospielen für komplexes NPC-Verhalten verwendet und hilft bei der Erstellung von Musik und Kunst.
  7. Spracherkennung und Übersetzung: Echtzeit-Übersetzungsdienste und Transkriptionsdienste nutzen KI, um Sprachbarrieren zu überwinden.
  8. Forschung: KI kann komplexe Probleme schneller lösen und so zu Durchbrüchen in wissenschaftlichen Bereichen beitragen.
  9. Umweltschutz: KI kann bei der Überwachung und Analyse von Umweltdaten helfen und Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels vorschlagen.
  10. Bildung: Personalisierte Lernprogramme und Tutoring-Systeme können durch KI erstellt werden, um den individuellen Bedürfnissen von Lernenden gerecht zu werden.
  11. Sicherheit: KI kann in Sicherheitssystemen verwendet werden, um Anomalien oder Bedrohungen zu erkennen, sei es in physischen Sicherheitssystemen oder in der Cybersicherheit.

Trotz dieser vielen Vorteile gibt es auch Bedenken hinsichtlich der KI, wie ethische Fragen, Arbeitsplatzverluste durch Automatisierung und potenzielle Missbräuche der Technologie. Es ist wichtig, dass die Entwicklung und Implementierung von KI sorgfältig und verantwortungsbewusst erfolgt, um die Vorteile zu maximieren und potenzielle negative Auswirkungen zu minimieren.“

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 08.10.2023

6.3 Ökologie

Dass essentielle Ressourcen unseres Planeten, welche das Überleben der Menschheit gewährleisten, nur einmal verbraucht werden können, ist seit den 1970er Jahren weitläufig propagiert worden. Und seit der Jahrtausendwende wurde nahezu jeder zivilisierte Mensch darüber informiert. Daraus resultierte ein neues Bewusstsein über die Zusammenhänge in der Natur und in Teilen auch die Bereitschaft, dafür Verantwortung zu übernehmen.

Die Begriffe Klimawandel, Energiewende waren bis vor kurzem ein Dauerbrenner und leiteten einen weltweiten Wertewandel ein.

Als Überbegriff für Lösungen wurden Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien genannt. Ganze Wirtschaftszweige sind entstanden, die den althergebrachten den Garaus machten.

Aber gerade hier zeigt sich eine enorme Kluft zwischen den Werten „besitzstandswahrende Tradition“ und „ethische Innovation“.

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 21.10.2018

6.4 Flüchtlinge und Immigranten

Durch die aktuellen Wellen von Zuwanderung innerhalb Europas wurden andere Themen des Wertewandels verdrängt. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass es bei diesem Themenkomplex um Aspekte von Unsicherheit und Angst handelt.

Neben einem zukünftig bevorstehenden (noch unbewussten) Wertewandel handelt es sich als zunächst um reine „Veränderung“, die an sich noch kein Wertewandel darstellt. Grundsätzlich hat der Mensch Respekt oder meist Angst, vor Veränderungen, da dies immer mit dem Verlust von Stabilitätsfaktoren einhergeht.

Sachkundige Publizisten differenzieren die Art von Flüchtlingen in Vertriebene, Kriegsflüchtlinge, Wirtschaftsflüchtlinge und Klimaflüchtlinge.

Das Integrieren dieser Menschen ist eine besondere Herausforderung, da in den meisten Fällen unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen und somit andersartige Wertesysteme kollidieren. Dies ist zumindest der vordergründige Konflikt, welcher in den Medien gerne inszeniert wird. So kursieren auf dramatisierter Art Begriffe, wie beispielsweise „Leitkultur“, welche der Konfrontation eine feindselige Anmut geben, die wohl durch die Angst getrieben wird, seine eigenen Werte für sich und sein kulturelles Umfeld zu verlieren.

An dieser Stelle sollte bedacht werden, dass weltweit fast alle Menschen die gleichen Grundmotive (Unversehrtheit, Anerkennung, Beziehungen, etc.) haben. Hier wäre also eine gute Basis für Verständigung gegeben, was allerdings voraussetzt, dass wir aus der allgemein verbreiteten oberflächlichen Denkweise (Bewertungen durch Vorurteile) heraustreten sollten.

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 23.01.2019

6.5 Bildung

Neben „sozialer Gerechtigkeit“ ist der Begriff Bildung ein Klassiker in jeder politischen Diskussion – seit Jahrzehnten. Zahlreiche Bildungsreformen wurden angekündigt und einige davon umgesetzt. Doch der systemische Kern wurde nie verändert. Noch heute existiert der preußische Gedanke, fleißige Untertanen zu züchten. Dennoch treibt es immer mehr Eltern um, für ihre Kinder eine optimale Vorbereitung auf das tatsächliche Leben zu fordern.

Offensichtlich ist nicht bekannt, was der Begriff Bildung bedeutet, weswegen am Thema und dem ursprünglich gewollten Kontext vorbei reformiert wird.

Der Theologe und Philosoph Meister Eckhart (1260 bis 1328) führte den Begriff Bildung erstmals in die deutsche Sprache ein. Er beschrieb es als das „Erlernen von Gelassenheit“ – mit dem Ziel, der Mensch soll Gott ähnlich werden. Dabei wird Bildung von außen an den Menschen herangetragen. Seine Aufgabe besteht demnach darin, sich der von Gott gegebenen Bildung hinzugeben. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts blieb diese Denkweise weitestgehend bestehen.

Im Zuge aller Reformationen, der Aufklärung und anderen Transformationen von Wertesystemen wurde diese Definition nie angepasst. Der Begriff „Gott“ wurde offensichtlich durch die jeweils neue Obrigkeit ausgetauscht.

Aktuell findet ein Wertewandel statt, der diese Form der Unterwerfungen in eine dem Zeitgeist entsprechende Freigeistigkeit transformiert. Dieser Prozess wird nicht konkret beschrieben, sondern drückt sich durch aufständischen und politisch ambitionierten Unmut über das sogenannte Establishment aus.

Verweis: Siehe auch den Begriff „Bildung“.

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 30.08.2020

6.6 „Disruption“

Der Begriff Disruption (englisch = Störung, Belästigung, Unterbrechung, Erschütterung) wird sehr häufig im Coaching und Change-Management verwendet und bedeutet in diesem Kontext so viel wie „bestehende, festgefahrene Muster zerstören“. Dies ist eine Methode aus dem Brainstorming, welches gezielt auf Konfrontationskurs zu traditionellen Systemen, Denkweisen, Gewohnheiten und Wertvorstellungen geht.

Disruption erzwingt zunächst einen fiktiven Wertewandel in den vorgefundenen Denkstrukturen, um durch eine gezielte Störung derselben, Raum für neue Aspekte, Ideen, Lösungen, Varianten und Wertvorstellungen zu schaffen.

Die bekanntesten Protagonisten von Disruption aus der Neuzeit sind Steve Jobs und Elon Musk.

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 18.07.2019

6.7 Weltweite Pandemie[8] durch den Coronavirus COVID-19

Anfang 2020 – insbesondere seit Anfang März 2020 – verbreitete sich das Virus COVID-19 (oder „Coronavirus SARS CoV 2“). Durch politische Entscheidungen vieler Länder rund um den ganzen Globus veränderten sich die Lebensgewohnheiten sehr vieler Menschen. Neben vereinzelter Hysterie und Panik entstand eine neue Art des Zusammengehörigkeitsgefühls.

Es wurde auf politischer Ebene Solidarität eingefordert und massive Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus eingeleitet. Neben Schließungen von nationalen Grenzen und der gravierenden Reduzierung des öffentlichen Lebens (bis hin zur Quarantäne) wurden finanzielle Hilfspakete in nie dagewesener Höhe für wirtschaftlich betroffene Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Durch Umfragen und Messungen von Zugriffs- und Suchstatistiken auf Wertesysteme.de (Vorgänger des WELEX) konnte eine Veränderung des Interesses an bestimmten Werte-Begriffen festgestellt werden. Somit lässt sich die These aufstellen, dass in einer derartigen Krise[9] ein gravierender Wertewandel stattfindet, der möglicherweise auch langfristige positive Auswirkungen au das soziokulturelle Wertesystem der ganzen Menschheit hat.

Mehr allgemeine und aktuelle Infos unter:

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 09.05.2022

6.8 Russlands Krieg in der Ukraine

Am 20.02.2014 begann der kriegerische Überfall von Russland auf die Ukraine mit der Annexion der Krim. Jedoch erst ab 24.02.2022 wurde international von Krieg[10] gesprochen, da sich die Lage eskalierend zuspitzte, was mit wirtschaftlichen Blockaden und Waffenlieferungen der westlichen Allianzen verbunden war.
In hohen politischen Kreisen kursiert seither der Begriff Zeitenwende. Insbesondere aufgrund der Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27.02.2022 im Deutschen Bundestag, bei der er sagte: „Wir erleben eine Zeitenwende. Und das bedeutet: Die Welt danach ist nicht mehr dieselbe wie die Welt davor.“

Der mit Beginn der 1990er Jahre beendete „Kalte Krieg“ hatte zumindest in der westlichen Bevölkerung dafür gesorgt, dass wenig Interesse an kostenintensiven militärischen Bewaffnungen bestand. Aufgrund der urplötzlich gestiegenen Angst vor einem nuklearen Krieg zwischen Ost- und Westmächten befürwortet ein Großteil der Bevölkerung eine „Wiederbewaffnung“. Finnland und Schweden führen Beitrittsverhandlungen mit der NATO.

Dieser Krieg und die damit verbundene Haltung der westlichen Alliierten Staaten lösten eine sogenannte Energiekrise aus, da viele westliche Länder von Öl- und Gaslieferungen aus Russland abhängig sind. Man spricht nun deutlicher von „Energiewende“, auch im Sinne von nachhaltigen Energieversorgungen.

Auch lösten einige Engpässe bei der Rohstofflieferung und Nahrungsmittelversorgung eine Inflation aus, die sich wellenartig (Wertschöpfungsketten) in Form von Preissteigerungen auf fast alle Produkte, Dienstleistungen und Lebensbereiche ausbreitete.

Insbesondere in den deutschsprachigen Medien ist das Thema deutlich präsent und lässt dadurch andere Konflikte auf der Welt sowie den prognostizierten Klimawandel und seine sichtbaren Auswirkungen vorläufig in den Hintergrund treten.

Letzte Bearbeitung dieses Abschnitts am 27.05.2022


7. Zitate zu Wandel und Wertewandel

„Du veränderst Dinge nicht, indem Du die bestehende Realität bekämpfst. Um etwas zu verändern, musst Du ein neues Modell erschaffen, welches das bestehende Modell überflüssig macht.“
R. Buckminster Fuller (1895–1983)

„Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann.“
Charles Darwin (1809 bis 1882); britischer Naturforscher und Evolutionsbiologe

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“
Mahatma Gandhi (1869–1948)

„Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

„Du kannst nicht zwei Mal in denselben Fluss steigen.“
Heraklit (um 520 – 460 v. Chr.)

„Nicht sichtbares managen, sondern implizites beobachten!“
Harry Gatterer (geb. 1974); aus dem Vortrag „The Power of Problems“ (2017)

„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an – und handelt.“
Dante Alighieri (1265 – 1321)


Literatur

Fachartikel „Wertewandel“ auf Docupedia

Von Isabel Heinemann, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), 22.10.2012

„Wie haben sich Normen und Werte in modernen Industriegesellschaften verändert?

Isabel Heinemann beschäftigt sich in ihrem Beitrag über den Begriff des „Wertewandels“ mit der Frage, welche Möglichkeiten für eine kritische Historisierung des ursprünglich sozialwissenschaftlichen Konzepts bestehen. Sie plädiert dafür, den Begriff aus seiner vorherrschenden Fixierung auf die 1960er- und 1970er-Jahre als vermeintlicher Kernphase des Wertewandels zu lösen, um durch den Vergleich von Phasen intensiven Wandels mit Perioden von größerer sozialer und normativer Kontinuität die Bedeutung und Reichweite von Wertewandelprozessen besser erschließen zu können.“

Zum ganzen Artikel: http://docupedia.de/zg/Wertewandel


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Ein Unternehmen ohne Wertschätzung ist ein ökonomischer Irrtum!

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In den Medien

Harry Gatterer „Power of Problems“ Vortrag

Am 08.11.2017 veröffentlicht vom YouTube-Kanal „Zukunftsinstitut“

Ein sehr inspirierender Vortrag von Harry Gatterer im Rahmen des „The Power of Problems“ Symposiums 2017 (Strategie Austria)

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Video: Harry Gatterer „Power of Problems“ Vortrag

Fußnoten

[1] Quelle: DWDS-Wortverlaufskurve für „Wandel“, erstellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/r/plot?view=2&norm=abs&smooth=line&genres=0&grand=1&slice=1&prune=0&window=0&wbase=0&logavg=0&logscale=0&xrange=1600%3A2016&q1=Wandel>, abgerufen am 07.07.2017.

[2] Emulsion: Systemisches Gemisch von zwei flüssigen Stoffen, die chemisch nicht mischbar sind, aber dennoch (mithilfe von sog. Emulgatoren) gemeinsam eine besondere Funktion haben.

[3] Quelle: „Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“ – Seite 20; Taschenbuch – 1. Juli 2005, von Rainer Funk (Herausgeber),‎ Erich Fromm (Autor),‎ Brigitte Stein (Übersetzer)

[4] Proletarier: Angehöriger der Unterschicht; aus lateinisch „prōlētārius“ = „vermögenslos und nur fähig im Produzieren von Nachkommen“; abgeleitet aus lateinisch „ proles“ = „Nachkomme, Sprössling, Kind“

[5] Konfuzius (551 bis 479 v. Chr.): latinisierter Name aus „Kǒng Fūzǐ“ = „Lehrmeister Kong“

[6] ARPANET: (Advanced Research Projects Agency Network); ein dezentrales Computer-Netzwerk mit neuartiger Netztopologie, das im Auftrag der US-Luftwaffe und des US-Verteidigungsministeriums entwickelt wurde; Vorläufer des heutigen Internets.

[7] WWW (auch w3): „World Wide Web“; der bis heute expansivste Teil des Internets; wurde 1989 von Tim Berners-Lee und Robert Cailliau am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf entwickelt.

[8] Pandemie: sich weit ausbreitende, ganze Landstriche oder Länder erfassende Seuche; Epidemie großen Ausmaßes; aus griechisch „pãn“ und „dẽmos“ = „Volk“

[9] Krise: „entscheidender Punkt, Höhepunkt, Wendepunkt“; aus lateinisch „crisis“, griechisch „krísis“ = „Entscheidung, entscheidende Wendung“, auch griechisch „krī́nein“ = „scheiden, trennen, auswählen, entscheiden, urteilen, anklagen“. Unter dem Einfluss von französisch „crise“ eingedeutscht in „Crise“ (18. Jh.) und im Sinne von „Entscheidungs-, Wendepunkt, schwierige, gefährliche Lage“ auf wirtschaftliche und politische Zustände übertragen.

[10] Krieg: bewaffnete Auseinandersetzung; aus althochdeutsch „krieg“ = „Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, Rechthaberei“ (10. Jh.) und mittelhochdeutsch „kriec“ = „Anstrengung, Bemühen, Streben nach oder gegen etwas, Widerstreben, Widerstand, Zwietracht; auch „Streit mit Waffen, Kampf, bewaffnete Auseinandersetzung“.


Letzte Bearbeitung am 08.10.2023


Autor: Frank H. Sauer
aus „Das große Buch der Werte – Enzyklopädie der Wertvorstellungen“ (4. Auflage, 12. Dezember 2023)

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