Vorbilder

Synonyme: Leitfigur, Idol, Mentor, Meinungsführer, Götze, Totem


Beschreibung

Werte werden durch Vorbilder vorgelebt und übermittelt. Neben den genetischen Aspekten auf der rein physischen Ebene werden Individuen zu Lebzeiten durch Vorbilder geprägt; zunächst durch das Nachahmen von Handlungs- und Verhaltensmustern, welche bestimmten Idealen entsprechen. Darin beinhaltet sind erstrebenswerte sowie sinnhafte Wertvorstellungen und Glaubensmodelle.

Auch der Psychoanalytiker Sigmund Freud (1856 bis 1939) befasste sich in seinem Kontext mit Vorbildern, welche die eigene Identität formen können (sollen):

„Die Identifizierung strebt danach, das eigene Ich ähnlich zu gestalten wie das andere zum Vorbild genommene“.

Aus „Massenpsychologie und Ich-Analyse“, Freud, S., Seite 68; 1921

Vorbilder können inspirieren, aufzeigen, anleiten, anspornen und maßregeln. Auf jeden Fall prägen sie das Wertesystem eines heranwachsenden Menschen in bewusster und unbewusster Weise. Somit werden bestimmte Denkstrukturen eingebildet, die Entscheidungen und anschließende Handlungen und Verhaltensmuster ausbilden.


Imaginäre Vorbilder

Figuren in Sagen, Epen, Romanen, Filmen, Comics oder andere profilierende Geschichten, die dadurch inspirieren, dass bestimmte Grundbedürfnisse in Bezug auf eine mögliche erfolgreiche Selbstentfaltung befriedigt werden.


Reale Vorbilder

Tatsächlich lebende Personen, die durch ihren Erfolg sowie die damit verbundenAnerkennung als Vorbild auserkoren werden. Diese können entweder persönlich bekannt sein oder auch in den Medien, Erzählungen oder Geschichten in Erscheinung treten.


Wichtige Vorbilder

Zu den ersten und wichtigsten Vorbildern zählen die eigenen Eltern, ältere Geschwister sowie nahe Verwandte, zu denen Kinder regelmäßigen Kontakt haben.
Daneben gibt es weitere Werte vermittelnde Vorbilder, wie eine von 2013 bis 2014 durchgeführte Umfrage von GEOlino und UNICEF bei 1012 Kindern zwischen 6 und 14 Jahren aufzeigt. Die Frage lautete: „Wer kann Deiner Meinung nach Kindern und Jugendlichen am besten Werte vermitteln?“
Das Ergebnis: Eltern (98%), Großeltern und andere Verwandte (81%), Lehrer/Lehrerin, Erzieher/Erzieherin (80%), Freunde (64%), Geschwister (53%), Vereine, Organisationen, Jugendgruppen (52%), Fernsehen, Radio, Zeitschriften, Zeitung (33%), Berühmte Personen (32%), Internet, z.B. Soziale Netzwerke (27%), Sozialarbeiter/Sozialarbeiterin (25%), Kirche (25%), Politiker (12%).


Berühmte Vorbilder

Eine Umfrage der BAT Stiftung für Zukunftsfragen im Jahre 2009, hat 2000 jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahre die Frage gestellt: „Welche Personen können Ihrer Meinung nach der Jugend aufgrund ihrer Eigenschaften, Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmale als Vorbild dienen?“
Das Ergebnis lautete: Mutter Teresa (24%), Martin Luther King (20%), Mahatma Gandhi (15%), Anne Frank (14%), John F. Kennedy (14%), Geschwister Scholl (11%), Che Guevara (11%), Albert Schweitzer (10%), Martin Luther (9%), Graf von Stauffenberg (7%).

Neben den hier aufgeführten sehr bekannten Namen gibt es natürlich noch weitere, im individuellen Kulturkreis und in regionalen Bereichen bekannte Vorbilder. Auch gibt es zahlreiche Vorbilder für junge Menschen aus den Bereichen des Sports und der Musik.


Wertebildung durch Vorbilder

Werte entstehen recht früh durch real existierende oder auch imaginäre Vorbilder, welche erstrebenswerte und erlebenswerte Merkmale aufweisen. Diese Merkmale sind Attribute, die Besonderheiten aufweisen, welche intrinsisch motiviert inspirieren.
In der Regel sind Vorbilder erfolgreich, etabliert, unabhängig und können ihre Meinung und Wertvorstellungen durchsetzen. Und sie sind nachhaltig anerkannt – besonders in den dementsprechend konformen Kreisen. Da Anerkennung ein wesentliches Grundbedürfnis des Menschen ist, eifert man dem Vorbild nach.

Obwohl ein Individuum Vorbilder braucht, um auch dadurch seine Bestimmung ausloten (ausrichten) zu können, kommt es dabei zu Verzerrungen bei der Wahrnehmung der eigenen persönlichen Ausprägungen, Talente, Neigungen und Berufungen. 

Aus diesem Grund ist es wichtig, seine eigenen Wertvorstellungen zu entdecken, welche stets auf den individuellen, persönlichen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grundmotiven – sowie auch auf den sich im aktuellen Umfeld befindenden Bedingungen – basieren.

Gleichwohl sind Vorbilder wichtig – und ohnehin eine evolutionsbedingte Natürlichkeit, um Werte zu entdecken, die das eigene Überleben sowie das Streben nach Lebensqualität und Glück ermöglichen. Darüber hinaus lernen wir von Vorbildern, welche Methoden hierfür erfolgreich oder nicht erfolgreich sind.


Zitate

„Sie brauchen Kinder nicht zu erziehen, sie machen einem sowieso alles nach.“

Wird Karl Valentin (1882 bis 1948) zugeschrieben.

„Armselig der Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft.“

Leonardo da Vinci (1452 bis 1519)

„Der wahrhaft Edle predigt nicht, was er tut, bevor er nicht getan hat, was er predigt.“

Konfuzius (551 bis 479 v. Chr.)

„Nichts macht auf den Geist des Menschen einen sanfteren und tieferen Eindruck als das Beispiel.“

John Locke (1632 bis 1704)


Letzte Bearbeitung am 08.02.21

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