Moral

Wortformen: moralisch, moralisieren, demoralisieren, Moralität (moralische Haltung), Moralist, Mores (Anstand, Benehmen, Lebensart)

Wortbildungen: Doppelmoral, Moralapostel, Moralbegriff, Moralbewusstsein, Moralcodex, Moraldogma, Moralentwicklung, Moralgesetz, Moralhüter, Moralin, Moralismus, Moralkeule, Moralkodex, Morallehre, Moralpauke, Moralphilosophie, Moralprediger, Moralprinzip, Moralsystem, Moraltheologie, Moraltheorie, Moralvorschrift, Moralvorstellung

Synonyme

Anstand, Ethik, Ethos, ethische Gesinnung, Etikette, Haltung, Handlungsregeln, Kampfgeist, Lauterkeit, Sitte, Sittenhaftigkeit, Sittlichkeit, Takt, Tapferkeit, Tugend, Wertmaßstäbe

Ähnlich: Betragen, Gebaren, Gewissen, Höflichkeit, Kultur, Lebensart, Motivation, Selbstvertrauen, Sittlichkeit, Tugendhaftigkeit, Umgangsformen, Werte, Wertvorstellungen

Fremdwörter: Deontologie (Pflichtenlehre), Welfarismus (Werttheorie und Moraltheorie), Utilitarismus (Nutzethik)

Antonym: unmoralisch, amoralisch, skrupellos, ungerecht, prinzipienlos, betrügerisch, verdorben, unehrlich, korrupt, illegal, unfair, hinterhältig, unanständig, korrumpierend, unehrenhaft

Englisch: morale, morality (Sittlichkeit)

Definition

  1. System von geschichtlich gewordenen und gesellschaftlich bedingten sittlichen Grundsätzen, Werten und Normen, von denen sich die Menschen in ihrem Verhalten zueinander leiten lassen.
  2. Lehre, sittliche Nutzanwendung.

Quelle: https://www.dwds.de/wb/Moral; abgerufen am 27.08.2023.

Bis zum 18. Jahrhundert: „Aus einem Beispiel zu ziehende sittliche Nutzanwendung und Lehre“.

Wortherkunft

Überleitung aus lateinisch „mōrālis“ = „die Sitten betreffend“, abgeleitet aus lateinisch „mōs“ (Genitiv „mōris“) = „zur Regel gewordener Wille, auf innerer Gesinnung beruhende, gewohnheitsmäßige Tätigkeit, Sitte, Brauch“; etymologisch verwandt mit „Mut“.

Quelle: punktuell entnommen aus dwds.de (Etymologie) am 28.11.2018

Beschreibung

Der Begriff „Moral“ dient üblicherweise als eine grundlegende Kategorie zur Organisation und Erklärung ethischer Normen, Prinzipien und Werte, die das Verhalten von Einzelpersonen oder Gemeinschaften steuern oder beeinflussen. Moral kann als ein System von Regeln und Richtlinien betrachtet werden, das darauf abzielt, menschliches Verhalten in einer Weise zu regulieren, die als gerecht, gut oder „richtig“ angesehen wird. Diese Regeln können sowohl explizit als auch implizit sein und können kulturell, religiös, soziologisch oder philosophisch begründet sein.

Die Bedeutung von Moral im Kontext von Werten können beispielsweise als Maßstab für die Beurteilung der „Richtigkeit“ oder „Falschheit“ von Handlungen dienen und als solche in der Beurteilung verschiedenartiger Werte und Normen, wie Gerechtigkeit, Freiheit oder Pflicht, impliziert sein. Darüber hinaus kann sie dazu dienen, Diskussionen und Überlegungen über ethische Fragen zu strukturieren und ein breites Spektrum an moralischen Theorien und Konzepten zu erfassen.

Wertesystemisch kann die Moral in verschiedene Unterkategorien eingeteilt werden, um verschiedenartige moralische Systeme, Theorien und Prinzipien abzudecken. Dabei können insbesondere die historische Entwicklung, kulturelle Unterschiede und bestreitbare Themen im Zusammenhang mit Moral behandelt werden.

Entstehung von Moral

Moral ist ein soziales und kulturelles Konstrukt, das sich im Laufe der Zeit und in verschiedenen Sinnzusammenhängen entwickelt hat.

In vielen Gesellschaften haben Religion und spirituelle Überzeugungen eine wichtige Rolle bei der Formulierung moralischer Prinzipien gespielt. In gelehrten Kreisen haben philosophische Überlegungen zur Entwicklung moralischer Systeme beigetragen. Ebenso haben soziale und kulturelle Faktoren, wie beispielsweise die Notwendigkeit der Zusammenarbeit innerhalb von Gruppen und die daraus resultierenden sozialen Normen, einen Einfluss auf das, was im Laufe der Zeit als „moralisch“ angesehen wird.

Die Entstehung der Moral ist ein Thema von wissenschaftlichen Untersuchungen, insbesondere in der Psychologie, Anthropologie und Soziologie. Einige Theorien postulieren, dass bestimmte Aspekte der Moral evolutionäre Wurzeln haben könnten. Zum Beispiel könnten Gebräuche zur kollaborativen Zusammenarbeit und mutiger Fairness einen evolutionären Vorteil in Bezug auf das Überleben und die Fortpflanzung bieten.

Auch gibt es eine Vielzahl von moralischen Systemen und ethischen Theorien, die im Laufe der Geschichte entwickelt wurden, von den Lehren antiker Philosophen wie Platon und Aristoteles, über religiöse Gesetze wie die Zehn Gebote im Judentum und das Dharma im Hinduismus, bis hin zu modernen ethischen Theorien wie dem Utilitarismus und dem Deontologismus.

Die Moral wurde nicht von einer bestimmten Person oder Gruppe „erfunden“, sondern ist das Ergebnis eines langen und komplexen Prozesses der sozialen, kulturellen und intellektuellen Entwicklung.

Letztendlich fand die Moral auch Einzug in zahlreiche Verfassungen und Grundgesetzen, in denen vor allem die „Werte“ Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Würde (aller Menschen) und Individualität fanden.

Verweise

Zitate

„Die Moral, die gut genug war für unsere Väter, ist nicht gut genug für unsere Kinder.“

Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916)

Demut ist eigentlich nichts anderes als eine Vergleichung seines Wertes mit der moralischen Vollkommenheit.“

Immanuel Kant (1724–1804)

„Voraussetzung für ein moralisches Wertgefüge in einer demokratischen Gesellschaft ist, daß ethische Werte nicht autoritär festgelegt werden, auch nicht durch göttlich bestimmten Glauben, sondern durch Wissen, durch die Vernunft.“

Ulrich Wickert (geb. 1942); aus „Das Buch der Tugenden“, 1995, S. 35

„Der Zweck heiligt die Mittel“

Frei entlehnt aus der „Moraltheologie“ (1652) des Jesuitenpaters Hermann Busenbaum (1600–1668); hielt später Einzug in den Konsequentialismus

Letzte Bearbeitung am 27.08.2023