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Besonnenheit

Werte-Antonym: Agilität / Aktivität / Entscheidungsfreude / Abenteuer

Wortformen: besonnen

Synonyme

Umsicht, Umsichtigkeit, Vorsicht, Vorsichtigkeit, Geistesgegenwart, Gefasstheit, Gelassenheit, Ruhe, Überlegtheit, Diplomatie, Vernunft, Rücksichtnahme, Vernünftigkeit

ÄhnlichDisziplin, Diszipliniertheit, Achtsamkeit, Besinnung

Negativ: Kaltblütigkeit

Englisch: sangfroi, prudence (Vorsicht, Vernunft), temperance (Mäßigung), sobriety (Nüchternheit), thoughtfulness (Bedachtsamkeit, Tiefgang)


Wortherkunft

Aus altgriechisch „sophrosýne“ = „gesunder Verstand, richtige Erkenntnis, Zurückhaltung“; ursprünglich beschreibt es „die Gesundheit des Zwerchfells“, in dem vermeintlich die Seele eines jeden sitzt.


Definition

Umsicht; besonnenes Wesen

Besonnen: wohlüberlegend, abwägend, vernünftig und ruhig


Beschreibung

In der heutigen Zeit beschreibt Besonnenheit die Eigenschaft von Personen, die in schwierigen Situationen die Fähigkeit bewahren, gelassen zu bleiben, sich dem Zustande, in dem sie sich befinden, bewusst zu sein sowie eine umfassende und klare Übersicht über die Gegebenheiten zu behalten.

Dabei wird auf Zurückhaltung Wert gelegt und eher eine beobachtende (erkennende, wissende) Rolle eingenommen.

Besonnenheit ist demnach auch eine Art konstruktive Vorsicht bzw. Voraussicht.

Besonnenheit (sophrosýne) ist laut Platon (ca. 428 – 348 v. Chr.) – neben Tapferkeit, Gerechtigkeit, Klugheit und Weisheit – einer der Kardinaltugenden (aus seinen Dialogen „Politeia“ sowie „Nomoi“).


Silbierung

Der Begriff „Besonnenheit“ besteht aus den drei Silben: „Be-“, „sonnen-“ und „-heit“. Die einzelnen Silben bedeuten:

  • „Be-“: Dieses Präfix wird in der deutschen Sprache oft benutzt, um Verben oder auch Substantive zu modifizieren. In diesem Kontext dient es eher als Verstärker.
  • „Sonnen“: Dies ist die Wurzel des Wortes und ist an sich bereits ein eigenständiges Wort, das sich auf das Phänomen der Sonne bezieht. In diesem Kontext hat es jedoch nicht direkt etwas mit der Sonne zu tun, sondern geht auf das Wort „Sinn“ zurück. Der Wortstamm „sinnen“ bedeutet, nachzudenken oder zu überlegen.
  • „-heit“: Dieses Suffix wird oft verwendet, um ein abstraktes Substantiv aus einem Adjektiv oder einem anderen Substantiv zu bilden. Es entspricht dem englischen „-ness“.

Zusammengenommen könnte man „Besonnenheit“ als eine erhöhte oder vertiefte Form des „Sinnens“ oder Überlegens interpretieren. Die Zusammensetzung der Silben unterstreicht die Bedeutung des Wortes als eine mentale Qualität, die von umsichtig bedachtem Handeln gekennzeichnet ist.


Zitate

„Drücke den Pfeil zu schnell nicht ab, der nimmer zurückkehrt! Glück zu zerstören, ist leicht, wiederzugeben so schwer.“

Johann Gottfried von Herder (1744-1803)

„Wer gar zuviel bedenkt, wird wenig leisten.“

Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805)

„Die höchste Krone des Helden ist die Besonnenheit mitten in den Stürmen der Gegenwart.“

Jean Paul (1763-1825)

„Die Klugheit kann uns vieles erwerben; doch ist es meistens die Besonnenheit, die uns das Meiste erhalten hilft.“

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

„Besonnenheit ist der edelste Zug der Tapferkeit.“

Sophokles (496 – 406 v. Chr)

„Wer sich nicht beherrschen kann, ist so wenig frei wie ein Sklave.“

Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759–1805)

„Wer laufen will, bevor er zu gehen gelernt hat, verfährt unbesonnen.“

Immanuel Kant (1724–1804)

„Nur der Weise ist frei, und mehr durch seine Besonnenheit als durch das Gesetz.“

Baruch de Spinoza (1632–1677)

„Eile mit Weile.“

Deutsches Sprichwort, das die Idee der Besonnenheit hervorhebt.

In den Medien

Glücklicher durch Besonnenheit

Vom YouTube-Kanal „Karsten Noack – Karsten’s Welt“

„Es soll Menschen auf der Sonnenseite des Lebens geben, die das Lächeln des Buddhas im Gesicht tragen und stets besonnen handeln. Asche auf mein Haupt; das gelingt mir nicht immer. Umso attraktiver ist für mich die Charakterstärke. In schwierigen Situationen, die Nerven bewahren ist eine kostbare Fähigkeit. Was hat es mit Besonnenheit auf sich?“

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Literatur

Motor des Lebens: ohne Zwerchfell keine Gesundheit und Besonnenheit

Von Fabian Müller am 12. September 2023

Was ist Gesundheit? Das definiert jeder Mensch für sich. Einigkeit herrscht jedoch darin, in ihr ein hohes Gut zu sehen, das es zu schützen und pflegen gilt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht in Gesundheit mehr als die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen: Sie beschreibt sie vielmehr als Wohlergehen und Unversehrtheit von Körper und Geist. In Philosophie und Wertearbeit ist eine Grundvoraussetzung für Gesundheit die Besonnenheit. In diesem Artikel wollen wir beleuchten, was die Werte Gesundheit und Besonnenheit miteinander zu tun haben, wie Besonnenheit und Zwerchfell zusammenhängen und welche Rolle dieser Atemmuskel spielt.

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Letzte Bearbeitung am 13.09.2023

Autor: Frank H. Sauer

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